Haldenereignis Emscherblick
Bottrop
Die Halde Batenbrock ist bereits aufgrund ihrer Lage und Höhe eine regionale Landmarke: In Bottrop gelegen, auf einer Grundfläche von 33 Hektar und bis zu einer Höhe von 65m geschüttet, wurde auf ihrer Spitze ein Aussichtsturm in Form einer überdimensionierten, begehbaren Pyramide – dem Tetraeder mit einer Kantenlänge von 60m platziert. Von hier aus eröffnen sich einmalige Ausblicke auf die umliegende Industrielandschaft, der benachbarten und noch arbeitenden Kokerei Prosper und dem ebenfalls auf einer Halden befindlichen Alpin Zentrum. Zugleich zieht die filigrane Struktur der Pyramide und ihre nächtliche Illumination in der Spitze die Blicke der Umgebung an.
Das Projekt ist ein Beispiel dafür, wie mit Kunst auf Halden neue Orientierungspunkte und Erholungslandschaften geschaffen werden können. Das gilt auch für andere Halden, wie die Halde Rheinelbe mit der Himmelstreppe, die Schurenbachhalde mit der Bramme für das Ruhrgebiet oder die Halde Schwerin mit ihrer riesigen Sonnenuhr. Die Öffnung dieser Landschaftsbauwerke für die Öffentlichkeit
Geschüttet wurde die heute teilbegrünte und steil terrassierte Halde Batenbrock zwischen 1963 und 1980 von der benachbarten Schachtanlage Prosper II auf ursprünglich landwirtschaftlich genutztem Gelände.
Eingebettet in das Gesamtprojekt „Haldenereignis Emscherblick“ fanden Entwurfsseminare, mehrere Wettbewerbsverfahren und zahlreiche Abstimmungsgespräche zu einer möglichen Gestaltung der Halde während der IBA Emscher Park statt. Der 50 Meter hohe, filigran wirkende Stahltetraeder, entworfen von Prof. Wolfgang Christ und Klaus Bollinger, betont die Künstlichkeit der Halde als streng terrassierte Tafelhalde. Die Stahlkonstruktion, mit drei eingehängten und äußerst transparent wirkenden Aussichtsplattformen ruht auf vier 8 Meter hohen Säulen über dem Boden, was ihr aus der Ferne eine „schwebende” Position verleiht. Der Tetraeder wird nachts durch das Beleuchtungskonzept „Fraktal“ des Künstlers Jürgen LIT Fischer inszeniert. Licht von geometrisch angeordneten Lichtröhren wird über Spiegel weitergeleitet und verwandelt die Pyramide in ein raumgreifendes Lichtzeichen. Ein künstliches Feuer, in der künstlichen Spitze eines künstlichen Berges. Besucher erreichen den Tetraeder über eine 387stufige Treppe oder Fußwege in Serpentinen. In den Wintermonaten ist der Aussichtsturm nicht zu besteigen. Dennoch lohnt sich ein Besuch der Halde, die als Landmarke zur Route der Industriekultur zählt.
Haldenereignis Emscherblick - Tetraeder, Bottrop
Bauherren
Haldengestaltung: KVR Kommunalverband Ruhrgebiet, heute: RVR Regionalverband Ruhr (Essen)
Teraeder: Ruhrkohle AG (Herne)
Architektur
Tetraeder: Ingenieurgemeinschaft Wolfgang Christ und Klaus Bollinger (Darmstadt / Frankfurt) E. Rüter GmbH (Dortmund), Treppe: Prof. Hahrnach (Bochum)
Lichtinstallation: Jürgen LIT Fischer (Düsseldorf)
Landschaftsgestaltung: Drecker, Landschaftsarchitekten (Bottrop) KVR Kommunalverband Ruhrgebiet, heute: RVR Regionalverband Ruhr (Essen)
Planungszeitraum: 1990 Aufnahme in die IBA
Fläche / Größe: 33 ha, 387-stufige Treppe





