Erst wenn der Investor ein Bauherr ist, der Developer ein Stadtbaurat, der Käufer ein Eigentümer, der Architekt ein Baumeister, die Immobilie ein Haus, wenn die Stadt begreift, dass Baukultur wichtiger ist als Arbeitsplätze um jeden Preis, wenn Bewohner und Beschäftigte sich als Bürger fühlen, zu Hause sind und lange bleiben, dann entstehen Neubauten, die auch zu Stadt werden.
RuhrTriennale
Kunst als Motor der Landschafts- und Regionalentwicklung hatte die IBA Emscher Park mit großem Erfolg betrieben. Nach dem Ende der IBA aber stellte sich die Frage nach den Perspektiven der für die Kunst entdeckten Industriedenkmäler. Geboren wurde die Idee eines dezentralen Kunstfest für das Ruhrgebiet: die RuhrTriennnale.
Die faszinierenden, vor dem Verfall geretteten und ins ästhetische Bewusstsein gerückten Hallen, stillgelegten Zechen und Kraftwerke erweisen sich als prädestiniert für neue Formen künstlerischer Auseinandersetzung.
Die Spielstätten entwickeln sich zum stilbildenden Merkmal des auf die ganze Region ausgerichteten Festivals. Jahrhunderthalle Bochum, Zeche und Kokerei Zollverein, der Landschaftspark Duisburg-Nord, die Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck, der Gasometer Oberhausen und viele weitere ehemalige Orte des Bergbaus und der Schwerindustrie stellen ein weltweit einzigartiges Ensemble von Industriearchitektur dar. Inspirierende Wirkung und Suggestionskraft auf der einen, künstlerische Möglichkeiten und Herausforderungen auf der anderen Seite wurden zur Initialzündung für das ungewöhnlichste Festival für Theater und Musik in Europa.

