Reichsbahndirektion Köln
Mit dem Bau des Verwaltungsgebäudes der Königlichen Eisenbahndirektion Köln wurde Ende 1906 begonnen, am 29. März 1913 war der Bau abgeschlossen. Das im neoklassizistischen Stil errichtete Gebäudeensemble mit seinen aus Muschelkalkstein bestehenden Fassaden wurde vom Regierungs- und Baurat Karl Bieker sowie den Regierungsbaumeistern Adolf Kayser und Martin Kießling erschaffen. Der Gebäudekomplex am ehemaligen Kaiser-Friedrich-Ufer (heute Konrad-Adenauer-Ufer) bestach schon damals durch seine massive Ausstrahlung, die zentrale Lage am Rhein und die besondere Stellung im Panorama der Stadt. Die Reichsbahndirektion residiert schon seit geraumer Zeit hier nicht mehr, das Gebäude ist heute Ort der Begegnung und Kommunikation: im Rahmen der internationalen Möbelmesse, der Orgatec oder zur Art Cologne. Das Gebäude ist Zeitzeuge von gut 100 Jahren Veränderung der Stadt Köln und ist damit symbolhafte Hülle der Ausstellung "Dynamik und Wandel. Entwicklung der Städte am Rhein 1910-2010+".
Zum Denkmalwert des Gebäudes:
Das Gebäudeensemble ist seit 1987 Baudenkmal.
Architekten:
Carl Biecker (1859-1927)
Heinrich Kayser (1842-1917)
Martin Kießling (1879-1944)
Im Bewusstsein der hervorgehobenen städtebaulichen Situation - neben dem Hauptzugang zur Stadt, der Hohenzollernbrücke, dem Hauptbahnhof und dem Dom - wurde für das Direktionsgebäude eine äußerst repräsentative Architektur gewählt.
Diese Architektur, die ihre Entsprechung im Schlossbau des Klassizismus findet, ist Ausdruck des hohen Selbstbewusstseins und des gesellschaftlichen Stellenwertes, den das Eisenbahnwesen um die Jahrhundertwende innehatte. Das Gebäude wird damit bedeutend für die Geschichte der Menschen und für die Geschichte der Arbeits- und Produktionsbedingungen.
Die Bahn unterlag zahlreichen Umstrukturierungen, und so ist das Gebäude Zeitzeuge des Wandels. Heute befindet sich das Ensemble im Besitz der Vivico Real Estate.
Die Reichsbahndirektion Köln war ein Verwaltungsbezirk der Deutschen Reichsbahn. Das Gebiet dieser Reichsbahndirektion erstreckte sich im wesentlichen in der preußischen Rheinprovinz westlich des Rheins vom Niederrhein bis in die nördliche Eifel. Nur im Bereich Köln, und mit der rechten Rheinstrecke lag sie auch östlich des Flusses. Am 8. März 1945 wurde die nach Wuppertal verlegte Reichsbahndirektion Köln offiziell aufgelöst, nachdem das Streckennetz von den alliierten Streitkräften besetzt worden war. Mit der Gründung der Deutschen Bahn AG 1994 wurde das System der deutschen Eisenbahndirektionen abgeschafft und deren vormalige Aufgaben neuen Geschäftsbereichen übertragen.

