Hallenbad Ruhrort
Museum der Deutschen Binnenschifffahrt
Duisburg
Durch die Umstrukturierung des Eisenbahnhafens sollten mit dem Umbau des ehemaligen Hallenbad in Ruhrort zum Museum der Deutschen Binnenschifffahrt neue Impulse im Stadtteil Ruhrort gesetzt werden. Das denkmalgeschützte Bad mit seinen großen Hallen bot dem Museum, das vorher im alten Rathaus untergebracht war, den Platz, den es für die Ausstellung vollständiger Schiffe braucht. Der Umzug des Museums in die Nachbarschaft des Eisenbahnhafens trieb dessen Entwicklung zu einem Sportboot- und Museumshafen an. Hier liegen seit Fertigstellung des Projektes Museumsschiffe zur Besichtigung vor Anker.
Da sowohl die Umnutzung des Hallenbades als auch die Umstrukturierung des Eisenbahnhafens Zielsetzung der Museumskonzeption waren, ist für diesen Bereich der Planung eine Arbeitsgemeinschaft zwischen den Preisträgern des Projektes Hallenbad Ruhrort und der Rahmenplanung des Eisenbahnhafens ins Leben gerufen worden. In einem außergewöhnlichen Wettbewerbsverfahren zum Hallenbad waren Architekten und Künstler in Teams zur Teilnahme aufgefordert.
Der realisierte Entwurf der Architektur Fabrik Aachen (afa) in Zusammenarbeit mit dem Künstler Ron Bernstein legte die historischen Räume behutsam frei und beließ das äußere Erscheinungsbild fast unverändert. Umbauten, die in den 1950er Jahren vorgenommen wurden, wie die Emporen, Mosaike und die Geländer, sind deutlich erkennbar geblieben. Der Innenhof zwischen den zwei Gebäudeteilen des Bades, dem ehemaligen Herrenbad und dem kleineren Damenbad, wird von einem textilen Segel überspannt, das die Nutzung des Hofes auch bei schlechtem Wetter ermöglicht. In besonderem Maße konnten moderne Beheizungs- und Lüftungssysteme in bestehende Architekturen äußerst sensibel integriert werden. Ein Heizsystem im Herrenbecken bildet gleichzeitig die „Wasseroberfläche“, Anbauten an den Außenbereichen sind kaum sichtbar platziert und befestigt.
Die heutige Ausstellung im Museum gewährt Einblicke in das Leben und Arbeiten der Binnenschiffer, Hafen- und Werftarbeiter. Eine Vielzahl von Modellen geben Aufschluss über Schiffstypen im Wandel der Zeit, die Anfänge des Schiffsbaus und über die Entstehung der Ruhrorter Häfen. Im ehemaligen Herrenbad liegt, unter vollen Segeln, ein Lastensegler von 1913. Zudem wird hier ein geschichtlicher Überblick von prähistorischen Wasserfahrzeugen bis hin zu modernen Schubschiffen gewährt. Im Innenhof befindet sich das wahrscheinlich älteste Bilgenölschiff der Welt, das schon in den 1950er Jahren verschmutztes Wasser anderer Binnenschiffe eingesammelt hat. Neben der Dauerausstellung gibt es im Museum auch wechselnde Sonderausstellungen. Im angrenzenden Museumshafen liegen die Museumsschiffe „Oscar Huber” und „Minden”, die über die Ruhrorter Promenade zu Fuß erreichbar sind.




