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Joe Scanlan: Passing Through. Foto: Achim Kukulies
Joe Scanlan: Passing Through. Foto: Achim Kukulies

Joe Scanlan. Passing Through (2007-2008)

„Vorübergehende“ (passing through) architektonische Eingriffe und Installationen hat der Künstler Joe Scanlan im K 21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf umgesetzt. Seine Inszenierungen sollten das Sehen und Erleben beeinflussen..

Die Präsentation bestand aus zwei Teilen:

Ein eigens entwickelter Pavillon in Leichtbauweise präsentierte ausgewählte Arbeiten von Scanlan und anderen Künstlern. Das Besondere: Mit wenigen Handgriffen konnte der Pavillon verändert werden, so dass immer wieder andere Raumgefüge entstanden. Durch regelmäßigen, partiellen Umbau „wanderte“ das Konstrukt während des Ausstellungszeitraums langsam über die vier Flügel des Kuppelraums. Der Pavillon war Skulptur und funktionales Gehäuse zugleich, er konnte ebenso für Kunst als auch für andere Zwecke genutzt werden. Er nahm die flanierende Bewegung des Besuchers im Kuppelraum auf, unterwanderte so beiläufig seine eigene statische Natur und gab den gezeigten Kunstwerken dennoch einen flexiblen Rahmen. Bewusst verschob er dabei den musealen Charakter in Richtung auf Präsentationsformen, wie man sie aus Messe- oder anderen Konsumarchitekturen kennt. Die Wahl bescheidener, aber klarer und eleganter Formen und Materialien gab dem Pavillon eine ganz eigene Würde, die auf das scheinbare Paradox einer seriösen Kunst im Kontext der Ökonomie zielt.

Für den zweiten Teil des Projektes verwandelte Scanlan eine große, freistehende Wand durch einen riesigen schwarzen Rahmen in eine „Projektionsfläche“. Der „Film“, der hier lief, war das sich ständig verändernde Spiel von Licht und Schatten des Tageslichts, in dem die komplexe Stahlkonstruktion der Kuppel das zentrale Motiv war. Wenn der Pavillon Bewegung und Veränderung in rationaler Weise anschaulich machte, bot das „Kino“ sie als eher unbewusste Zustände zur Kontemplation an. In beiden Fällen aber waren es einfache architektonische Eingriffe, die als „vorübergehende“ Strukturen das Sehen und Erleben beeinflussen.
Mit dem Projekt Passing Through setzte Joe Scanlan seine in den achtziger Jahren begonnenen, vielgestaltigen Untersuchungen in den Zwischenräumen von Kunst, Design, Architektur sowie Ökonomie und Ökologie fort .

Das Projekt Joe Scanlan – Passing Through entstand aus einer Kooperation von M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW mit der K21 Kunstsammlung NRW. Es ist ein gleichnamiger Katalog erschienen.

 

 

Ausstellungszeitraum

05.2007 - 10.2008


Links

www.kunstsammlung.de