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Gehölzgarten Ripshorst

Oberhausen

Ripshorst, ist eine ehemalige Landwirtschaftsfläche der Firma Thyssen, die für eine industrielle Erweiterung vorgesehen war, aber nie benötigt wurde. Anfang der 1990er Jahre wurde die Fläche vom Regionalverband Ruhrgebiet (RVR) erworben. Ziel war es, das Areal in den Emscher Landschaftspark (Grünzug B) aufgrund der strategischen Nähe zur Neuen Mitte Oberhausen, zum Gasometer und zum Rhein-Herne-Kanal, zu integrieren.

Das Leitmotiv „Ökologischer Gehölzgarten” floss in ein Gestaltungskonzept ein, in dem exemplarisch die landwirtschaftlichen Gestaltungsmöglichkeiten mit Gehölzen erprobt und die ökologische Dimension der Bäume thematisiert wurden. Zentrales Element des Gartens ist ein 60m breites und 2km langes Baumband, in dem in vier Abschnitten die Vegetationsgeschichte vermittelt wird. Die Bereiche zeigen Tertiärwald, Pionierstadien bis zur Wiederbewaldung und Kulturgehölze. Die innen liegende Graslandschaft dient heute als offene Liege-, Spiel- oder Lauffläche, zur Erholung oder für sportlichen Aktivitäten.

In die Parkanlage eingebettet ist das Haus Ripshorst, ein umgenutzter und, durch Neubauten ergänzter ehemaliger Bauernhof. Das ehemalige Wohnhaus wurde zum Bürogebäude umgebaut und durch zwei Anbauten mit Seminar- und Büroräumen in Holzbauweise erweitert. Die frühere Scheune wurde nach den Plänen des Essener Architekten Peter Brdenk und des Lichtkünstlers Jürgen LIT Fischer zu einem Informationszentrum für den Emscher Landschaftspark umgestaltet.

Zum Service des Informationszentrums gehören regelmäßige Führungen, Kurse zu Themen aus Natur und Umwelt und ein Fahrradverleih zur Erkundung des Emscher Landschaftsparks (RevierRad). Der Gehölzgarten Ripshorst ist ganzjährig geöffnet und kostenlos für die Öffentlichkeit zugänglich. Eingebunden ist der Gehölzgarten in Ost-West Richtung über die Kanaluferwege des Rhein-Herne-Kanals und den Emscher Park Radweg sowie in Nord-Süd-Richtung über eine Fußgängerbrücke. Die Brücke über den Rhein-Herne-Kanal wurde vom Büro Schlaich, Bergermann und Partner aus Stuttgart als stählerne, dreidimensionale Druckrohr-Bogen-Brücke ausgeführt. Sie führt in einem Halbkreis über den Kanal und bietet Ausblicke auf den Gehölzgarten und die Kanallandschaft.

Gehölzgarten Ripshorst, Oberhausen

Bauherr: Regionalverband Ruhr RVR (Essen)

Landschaft: Martin Diekmann und Irene Lohaus (Hannover)
Brücken: Schlaich Bergermann und Partner (Stuttgart)
Entwurf Umbau und Neubau Haus Ripshorst: Wolfgang Christ (Darmstadt)

Planungszeitraum: seit 1994

Fläche / Größe: 40 ha