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Gasometer Oberhausen

Oberhausen

Der 117,5 Meter hohe Gasometer Oberhausen ist heute ein Wahrzeichen der Industriegeschichte des Ruhrgebiets, ein wichtiger Orientierungs- und Identifikationspunkt der Stadt Oberhausen und einzigartiger Veranstaltungsort.  In seinem Schatten entstand die „Neue Mitte Oberhausen”, ein Einkaufs- und Freizeitzentrum, ein Standort für gewerbliche und kulturelle Angebote auf dem ehemaligen Industriegelände der Gutehoffnungshütte (GHH).  

Als Gasspeicher für Verhüttungs- und Kokereiprozesse in den Jahren 1927 bis 1929 errichtet, und mit einem Speichervolumen von 350.000 m³ ausgestattet, ist der Gasometer Oberhausen der größte Scheibengasbehälter Europas. Nach der Stilllegung der benachbarten Industriewerke 1988 verlor der Gasbehälter seine Funktion und wurde als überdimensionales Zeichen des industriellen Untergangs der Region von der Öffentlichkeit wahrgenommen.

Die Frage „Abriss oder Erhalt?“ wurde in der Stadt Oberhausen sehr emotional diskutiert. 1992 fiel die Entscheidung durch den Rat der Stadt Oberhausen, den Umbau in eine Ausstellungshalle als Projekt der IBA Emscher Park in Angriff zu nehmen. Durch das Aufständern der ehemaligen Gasdruckscheibe entstanden im Innenraum mehrere, begehbare Ausstellungsebenen. Ein im Innenraum  angebrachter, gläserner Panoramaaufzug führt bis in die Höhe von 110m zu Besichtigungsplattformen unter und auf dem Dach. Die äußere Erschließung erfolgt durch einen Sicherheitsaufzug und eine den Aufzug umlaufende Außentreppe, die mit einer Höhe von 114,9m und 616 Stufen zu den größten Industrietreppen der Welt gehört.

Seit 1994 ist die Halle ein multikultureller Veranstaltungsort für Ausstellungen, Konzerte, Theatervorstellungen und Messen. International bekannt wurde der Ausstellungsraum Gasometer mit seiner Eröffnungs ausstellung „Feuer und Flamme – Die Geschichte des Ruhrgebietes” (1994, 1995), eine der erfolgreichsten historischen Ausstellungen in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg. Zum IBA-Finale 1999 präsentierten Christo und Jean Claude das Kunstobjekt „The Wall” in seiner Hülle. Eine 26m hohe Wand aus Industriefässern thematisierte den riesenhaft wirkenden Innenraum und spielte mit seinen Perspektiven. Seit 2006 können Besucher die ständige Licht-Klang-Installation „Licht Himmel” der Berliner Künstlerin Christina Kubisch in dem oberen, über 100m hohen Innenraum erleben.

Gasometer Oberhausen

Projektträger: Gutehoffnungshütte Baugesellschaft mbH (Oberhausen)

Architekt: Prof. Jürg Steiner, Architekt, Arbeitsgemeinschaft für Architektur und Design, Berlin

Restaurierung: Deutsche Babcock Anlagen GmbH (Oberhausen)

Planungszeitraum: 1993 – 1994 Umbau

Fläche / Größe:  117, 5 m Hoch; Durchmesser 67m; Speichervolumen 350.000m²