Schurenbachhalde
Essen
Die Zentralhalde Schurenbach befindet sich im Essener Stadtteil Altenessen zwischen dem Rhein-Herne-Kanal und der Autobahn 42. Bis Ende der 1950er Jahre wurde das Bergematerial auf der Zeche Zollverein noch untertage verfüllt. Mit zunehmender Mechanisierung des Bergbaus musste es auf eine neue Zentralhalde verbracht werden, die nach der Schließung der Zechen Zollverein von anderen Bergwerken weiter genutzt wurde. Ursprüngliche Planungen zur Mengenaufnahme der Halde wurden jedoch nie erreicht.
Im Rahmen der IBA Emscher Park entwickelte sich die Schurenbachhalde zu einer einzigartigen Landmarke. Statt sie, wie es bisher Praxis war, nach dem Ende der Nutzung zu rekultivieren und zu bewalden, wurde der authentische Umgang mit dem Erbe der Industrielandschaft zum Gestaltungsprinzip. Die geschlossenen Industriefläche verandelte sich in einen begehbaren Kunstraum.
Als Gesamtprojekt in Private-Public-Partnership mit der Ruhrkohle AG (RAG) fand eine „Überformung“ statt, die auch Bestandteil des bergbaulichen Betriebsablaufes wurde und auf Plänen Richard Serras beruhen. In einem Wettbewerb entwickelten internationale Künstler Ideen für die Schurenbachhalde und den Weg auf die Halde. Diese Ansätze der Haldengestaltung wurden in den Folgejahren mit dem amerikanischen Künstler Richard Serra fortentwickelt unter Berücksichtigung des bestehenden landschaftspflegerischen Begleitplans.
Mit der Region war der in den USA lebende Künstler bereits vor der Gestaltung der Schurenbachhalde verbunden gewesen. Viele Metallmaterialien seiner Skulpturen für Los Angeles, London und Amsterdam, hatte der Künstler im Ruhrgebiet fertigen lassen.
Die Haldenoberfläche, die zuvor aus einer Ansammlung von Hügeln und Bodenlöchern bestand, wurde zu einer leicht gewölbten Ellipse aufgeschüttet in deren Mittelpunkt eine 15m hohen stählernen Plastik – „Bramme für das Ruhrgebiet” – den Scheitelpunkt betont. Die Walzstahlplatte mit den Abmessungen 14,50m Höhe, 4,20m Breite und einer Stärke von 13,5cm hat ein Gewicht von 70 Tonnen. Sie ist um 3 Grad geneigt und scheint für den Betrachter in der Halde zu versinken. Für den Aufstieg auf die Haldenkuppe wurde neben serpentinenartigen Aufstiegswegen eine 267stufige Treppe errichtet. Die Halde ist heute Standort der Route der Industriekultur und Landmarke der Region.





