Arbeiten im Park
Über 150 Jahre wurden gewerbliche Strukturen im Ruhrgebiet durch die Großunternehmen der Eisen-, Stahl- und Bergbauindustrie bestimmt und kontrolliert. Der Niedergang dieser Industrien führte zu Folgeproblemen, die mit einer überdurchschnittlich hohen, regionalen Arbeitslosigkeit, einem Mangel an alternativ bestehenden gewerblichen Strukturen und dem Funktionsverlust riesiger Industriebrachen im Zentrum der Städte.
In Abkehr zu früheren, direkt auf die Industrie bezogenen Subventionstrategien, richteten sich die Antworten der IBA Emscher Park auf eine qualitätvolle Entwicklung möglicher Gewerbestandorte im zentralen Ruhrgebiet sowie auf das Aufzeigen struktureller und infrastruktureller Qualitäten der Region.
Branchenbezogene Entwicklungskonzepte und die Einbindung existenzfördernder Maßnahmen sollten den gewerblichen Strukturwandel unterstützen. Hinzu kamen Architekturen, die in einzigartiger Weise neue Räume für Forschung, Entwicklung und Produktion am gleichen Standort schufen. So entstanden Dienstleistungs- Gewerbe- und Wissenschaftsparks auf ehemaligen Industriearealen im Zentrum der Städte. Verbunden mit außergewöhnlich hohen ökologischen, architektonischen und städtebaulichen Standards wurden Standorte entwickelt, deren Erscheinungsbilder eher an Stadtparks erinnern und so auch von der Öffentlichkeit genutzt werden.
Grundlage für alle entwickelten Architekturkonzepte war ein Wettbewerb als projektorientierter Findungsprozess. Der Ansatz bestehende Architekturen als historisch wertvoll an zu erkennen und möglichst zu erhalten und zu integrieren, führte nicht nur zu innovativen, architektonischen Lösungen „im Bestand“ sondern lieferte auch nötige Identifikationsmomente für die Wiederentdeckung der Stadträume als Gewerbeparks.

