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Architekturforum Rheinland im Domforum

Baukunst in Archiven.

Gedächtnis der Generationen aus Papier und Bytes

So lautet das Jahresthema 2011 der Vortragsreihe des AFR Architektur Forum Rheinland e.V. Experten werden sich unter anderem mit Fragen der Archivierung und Konservierung wertvoller Baukultur-Nachlässe beschäftigen. Die Reihe im Kölner Domforum wird in Kooperation mit dem M:AI umgesetzt.

Das Jahresprogramm des AFR wird sich aus Anlass der konkreten Planungen für das Historische Archiv, das Rheinische Bildarchiv und die Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln mit der Situation der Bewahrung von baukulturellen Zeugnissen aus Architektur, Stadtplanung und Ingenieurkunst befassen.

Der Einsturz des Kölner Stadtarchivs hat in der Domstadt eine klaffende Wunde hinterlassen, nicht nur im Stadtkörper, sondern vor allem im historischen Gedächtnis der traditionsreichen Stadt. Deutschlandweit zeigte auch der Brand der Anna Amalia Bibliothek in Weimar wie fragil das Kulturgut in unseren Archiven und Bibliotheken ist. Denn schließlich sind wertvolle Zeugnisse unserer kulturellen Identität unwiederbringlich verloren. Die beiden Katastrophen haben aber auch deutlich gemacht, dass das Sammeln und Bewahren von historischen und kulturellen Zeugnissen eine bedeutende gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.

Die Vortragsreihe wird sich insbesondere mit dem Bewahren von baukulturellen Dokumenten beschäftigen. Vielfältig ist das Material, das Architekten, Ingenieure, Stadtplaner und Landschaftsgestalter den nachfolgenden Generationen überlassen: Skizzen, Baupläne, Computeranimationen, Fotos, Filme, Modelle und Schriftstücke. Was soll von diesen wertvollen Zeugnissen in Archiven aufbewahrt werden, wie soll es dort konserviert werden, wie der Öffentlichkeit zugänglich sein? Eine Fülle von Fragen, die internationale Experten erläutern und diskutieren werden.

Weitere Informationen: http://www.hda-koeln.de/index.html

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Zur Vertiefung


Maria Schwarz

Die Kunsthistorikerin Annette Krapp (Bonn) behandelt das Leben und Arbeiten von Maria Schwarz in ihrer. Für eine Ausstellung beim AFR hat sie einige Inhalte ausgekoppelt. PDF-Download

„Archivieren heißt: Sinnvoll reduzieren!“

Foto: Elke Wetzig, CC-BY-SA

Das war die Essenz aus dem Vortrag der Architektin Maria Schwarz im Historischen Archiv des Erzbistums Köln (6.6.2011). Die fast 90jährige arbeitet seit gut 50 Jahren daran, den Nachlass Ihres Mannes und Büropartners Rudolf Schwarz in das Archiv des Erzbistums zu überführen. Nach dem Tod von Rudolf Schwarz 1961 musste sie den Bestand aus den Büros in Köln und Frankfurt und aus dem Wohnhaus zusammenführen, sichten, sortieren und kondensieren. Allein 35 Kirchen aus dem Büro Schwarz wurden deutschlandweit gebaut. Wichtigstes Auswahlkriterium für die Aufnahme von Plan- und Entwurfsmaterial ins Archiv: Die Entwicklungsstufen, die ein Projekt durchläuft, sollten nachvollziehbar bleiben. Ein besonderes Anliegen von Maria Schwarz galt den Vorskizzen ihres Mannes , die sie jeweils versucht hat, in eine „geistige Reihenfolge“ zu bringen. Mittlerweile befinden sich 25 000 Objekte im Archiv: Skizzen, Zeichnungen, Baupläne und Bauakten, Wettbewerbsbeiträge mit der kompletten Korrespondenz, Fotos aus der Entstehungszeit der Bauwerke, Forschungsarbeiten und Ausstellungsdokumentationen. Hinzukommt ein ausführliches Findbuch aller Projekte des Büros zwischen 1925-1965.